Rezension: Magritte und sein Apfel- Klaas Verplancke- Diogenes- Moma

Autor und Illustrator dieses schönen Kinderbuchs ist der Belgier Klaas Verplancke. Den vorliegenden Bildband hat er dem Künstler und Surrealisten René Magritte gewidmet. Dieser wurde 1898 in Lessines in Belgien geboren. Dort begann er im Alter von 12 Jahren zu malen und studierte ab 1914 an der Académie royale de Beaux-Arts in Brüssel. Zunächst probierte Magritte verschiedene Stile aus und begann dann alltägliche Gegenstände zu malen. Dies wurde zu seinem Erkennungszeichen. Magritte gilt als einer der wichtigsten Surrealisten. Dabei vermischte er alltägliche Gegenstände mit Phantastischem und gab damit dem Betrachter Rätsel auf. 

Verplancke lässt die jungen Leser wissen, dass der Surrealismus in den frühen 1920 er Jahren in Paris entstanden ist als Schriftsteller, später auch Künstler mit der Beziehung zwischen Wort und Bedeutung zu experimentieren begannen. Aufgrund  des furchtbaren Grauens, das mit dem 1. Weltkrieg verbunden war, verließen die Künstler sich nicht mehr auf die Vernunft und schöpften ihre Kunst aus Träumereien, Spielereien und Phantasie. 

Im Buch erzählt der Autor die Lebens- und Schaffensgeschichte  René Magrittes mit knappen Worten und visualisiert das Erzählte durch hübsche, lehrreiche Illustrationen, die dem jungen Betrachter (m/w) eine Idee von Magrittes Kunst verschaffen. 

Für die Illustrationen verwendete Verplancke Dinge aus unterschiedlichen Gemälden Magrittes. Die Gemälde sind auf den letzten Buchseiten zu sehen. Mit Verplanckes Methode, ist es möglich, Kindern spielerisch die Kunst Magrittes näher zu bringen.

Pädagogisch wertvoll. Sehr empfehlenswert. 

Helga König 

Überall im Fachhandel erhältlich. Onlinebestellung bitte hier klicken:Diogenes oder Amazon
Magritte und sein Apfel (Kinderbücher)

Rezension: Matisse und sein Garten- Samantha Friedman/ Christina Amodeo

Die Autorin dieses schönen Kunstbuches für kleine und große Kinder ist Samantha Friedmann. Sie ist die Assistenzkuratorin im Museum of Modern Art in New York und hat die bezaubernde Geschichte "Matisse und sein Garten" verfasst, in der in poetischen Worten eine bestimmte Arbeitstechnik des französischen Malers Henri Matisse (1869-1954) den noch jungen Lesern nahe gebracht wird. 

Christina Amodeo ist für die Illustrationen im Buch verantwortlich. Das Werk ist aus dem Amerikanischen von Kati Hertzsch übersetzt worden. 

Der Geschichte Friedmanns zugrunde liegt eine wahre Begebenheit. Der Künstler Henri Matisse war einst nach schwerer Krankheit an sein Bett gefesselt. Er nahm sich Schere und Papier zur Hand und begann, Silhouetten zu auszuschneiden. Die großformatigen, geklebten Collagen stellte er aus buntem Papier her. Diese gelten noch heute als Meilensteine der Kunstgeschichte. 

Das Buch nun enthält neben der sehr feinfühlig erzählten Geschichte um diese Technik und den bezaubernden Illustrationen acht abgebildete Original-Scherenschnitte von Henri Matisse. 

Henri Matisse formte Farben, wie er einst betonte. Das wird durch die Geschichte und die Illustrationen deutlich. 

Die erzählte Geschichte ist voller Poesie, wie nachstehendes Beispiel zeigt: "Seine Schere glitt durch das Papier, und er stellte sich vor, wie sich ein Vogel wohl beim Fliegen fühlt. Beim Schneiden fühlte Matisse sich selbst wie ein Vogel."

Die Illustration der Doppelseite, der man den kleinen soeben zitierten Text entnehmen kann, zeigt den fliegenden Künstler, zeigt Vögel, Wolken und Scheren und eine wahrlich beeindruckende Farbharmonie.

Dann gibt es auch sehr aufklärende Textstellen, durch die man ihm Rahmen der kleinen Geschichte erfährt, dass Matisse mit Farbharmonien und Kontrasten experimentierte und dabei versuchte, herauszufinden, welche Farben zusammenpassten oder sich abstießen.

Zum Schluss des Buches lernt man  die acht Werke von Henri Matisse näher kennen, die man im Buch jeweils auf Doppelseiten bewundern kann und um die es in der Geschichte geht. Dazu zählt auch das Werk "Bienen", das er im Sommer 1948 anfertigte: Es handelt sich dabei um eine Gouache auf Papier, geschnitten und geklebt. In Zeiten des großen Bienensterbens, ist die Bedeutung dieses Werkens nicht nur künstlerisch von großem Wert. Sie ist auch eine Mahnung an uns alle, vernünftiger mit der Natur umzugehen.

Das Buch bringt spielerisch Kindern den wunderbaren Künstler nahe, lehrt dabei das Farbgefühl zu sensibilisieren und motiviert dazu, kreativ zu werden. Buntes Papier und eine Schere können sehr glücklich machen. Einfach mal ausprobieren. Es muss ja nicht gleich ein Matisse werden:-))

Sehr empfehlenswert

Helga König

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Rezension: Chamäleon Kunterbunt- Eric Carle- Gerstenberg

Haben Sie kleine Kinder oder kleine Nichten und Neffen oder Enkelkinder, die phantasiebegabt sind?

Ja? 

Dann sollten sie Ihren Schätzchen das Buch "Chamäleon Kunterbunt" von Eric Carle bei nächster Gelegenheit schenken und ein wenig daraus vorlesen, sofern die Kleinen noch nicht schulpflichtig sind. 

Didaktisch nützlich ist das Buch, weil die Kinder Farben spielerisch erkennen lernen, aber vor allem, weil bei aller Spielerei  subtil darauf hingewiesen wird, wie wichtig es ist, man selbst zu sein. Dies kann man bekanntermaßen nicht früh genug lernen, sofern man zu einer Persönlichkeit heranreifen will.

Protagonist des Bilderbuches ist ein Chamäleon, das seine Farbe ständig ändern kann. 

"Sitzt ein Chamäleon auf einem grünen Blatt, wird es grün, so grün wie das Blatt. Klettert es auf einen braunen Baumstamm, wird es braun, so braun wie ein Baumstamm. Ruht es sich auf einer roten Blume aus, wird es rot, so rot wie die Blume. Kriecht es über gelben Sand, wird es so gelb, so gelb wie der Sand."  (Eric Carle)

Man erfährt in der Folge nicht wenig über das anpassungsfähige, höchst spezielle "Chamäleon Kunterbunt", das immer gerne ein bisschen so sein will wie die Lebewesen, die ihm im Laufe der Bildgeschichte begegnen. 

Dass dies letztlich nicht vorteilhaft  für "C. K." ist, verdeutlicht das lehrreiche Ende der Geschichte.

Empfehlenswert, auch für manchen Erwachsenen.
Helga König   

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Das große Balladenbuch- Die schönsten Balladen, gesammelt von Christian Strich mit Bildern von Tatjana Hauptmann- Diogenes

Dieses zauberhafte Balladenbuch mit fantasievollen Illustrationen von Tatjana Hauptmann wird in einer hochwertigen, ebenfalls von der Künstlerin illustrierten Box geliefert. 

Die Balladen stammen von namhaften Poeten aus verschiedenen Jahrhunderten, wie etwa Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Ludwig Uhland, Heinrich Heine, Nikolaus Lenau, Theodor Fontane, Christian Morgenstern, Berthold Brecht und Erich Kästner. 

Das Buch enthält u.a. sogenannte Ideenballaden, die im Balladenjahr 1797 von Goethe und Schiller geschaffen wurden und die in ihrer klassischen Form und Thematik den Gegenpol zur Volksballade darstellen. Die Romantiker, wie Brentano, Uhland und Chamisso knüpften an die alten Volksballaden an, während Mörike und Droste –Hülshoff sich dem natur-magischen Balladentypus zuwenden. Andere, wie etwa Heinrich Heine oder auch Fontane greifen historische Themen auf. 

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Balladen mit ihren Inhalten die Fantasie beflügeln. Dies gilt für "Die Bürgschaft" von Friedrich Schiller ebenso wie für dessen Ballade "Die Kraniche des Ibykus" und natürlich auch für Goethes "Der Zauberling". 

Diese Balladen lernte man früher auswendig. Dadurch  entwickelte man  mit etwas Glück ein feines Gespür für Sprache und freundete sich fast spielerisch mit der Geisteshaltung der Balladendichter an. 

Lesen Sie Ihren Kindern oder Enkelkindern Balladen vor, sprechen Sie über den Inhalt und motivieren Sie die Mädchen und  Jungs dazu, sich eigenständig mit diesem Buch zu befassen  oder lesen Sie selbst darin und erinnern sich an die Zeit als Sie erstmals mit den Texten in Berührung kamen. Freude ist Ihnen gewiss, da bin ich mir sicher. 

Sehr empfehlenswert 
Helga König

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Rezension: Das große Wimmelbuch der Kunst- Susanne Rebscher, Annabelle von Sperber

Dieses wunderschöne und dabei hochspannende #Wimmelbuch erzählt in seinen Bilderwelten davon, wie die Kunst einst entstanden ist. Auf den letzten Seiten wird jeweils Wissenswertes im Hinblick auf die gezeigten Motive berichtet.

Wer Wimmelbücher kennt, weiß, dass dort eine Vielzahl von Figuren und Motiven Geschichten vermitteln, die nicht nur die Phantasie anregen, sondern Betrachter auch dazu motivieren, Bildgeschichten zu erzählen.

Die etwas andere Kunstgeschichte beginnt mit den Anfängen der Malerei der Steinzeitmenschen. Wer aufmerksam die kleinen Motive beobachtet, sieht dass alles vortrefflich zusammenpasst, bis auf die weiße Eule. Diese lässt den Betrachter innehalten. Sie steht nicht nur für Klugheit, sondern auch für den Blick in die Welt der Ahnen, die hier sehr liebevoll dargestellt werden. Alle arbeiten im Team, malen gemeinsam mit den Kindern.

Im alten Ägypten ist es ganz ähnlich, wie das nächste Wimmeldoppelbild zeigt, Menschen, wo das Auge hinsieht, alle sind kunstbeflissen. Man ist bei der Kreation der Büste von Nofretete plötzlich dort angekommen, wo sich die Frage stellt: "Wie schön muss eine Frau gewesen sein, von der man nach tausenden von Jahren noch spricht?" Und rätselt.

Weiter wimmelt es dann in Griechenland, wo zum Fest der Göttin Athene alle gekommen sind. Die Betrachter des Spektakels dürfen sich freuen in diese antike Welt einzutauchen, dem eine Szene aus dem alten Rom dann folgt. Das Leben dort ist weniger musisch und geistig ausgerichtet, sondern mehr den leiblichen Gelüsten und dem Militär, der Macht also zugewandt, dem Charakteristischen des alten Roms demnach.

Ganz anders dann mutet das Mittelalter an; "Bilder an Wänden und in Büchern erzählen Geschichten", die  irgendwo hinter Klostermauern stattfinden. Es scheint eine geistige Welt in schönen Farben, eine ruhige Welt gewesen zu sein, wenn man dem Wimmelbuch Glauben schenken darf.

Auf jeder Doppelseite im Buch also wird eine Epoche dargestellt. So wird in der Renaissance geforscht, gemalt und erfunden. Einige der Wimmelfiguren hier kommen uns vertraut vor,  so etwa Leonardo da Vinci und verschiedene  Protagonistinnen seiner Werke. 

Es folgt  die niederländische Malerei. Man erkennt Rembrandt, auch Rubens, ein Modell Van Meers und sieht das Leben in jener Zeit. Es war ein Leben in Ständen, ein ebenso unfreies Leben wie in all den Jahrhunderten zuvor, gefolgt von Manierismus und Klassik,  Epochen, die  gleichfalls unfrei waren. 

Goethe und Schiller diskutieren miteinander, während Ludwig XVI sich auf sein Ableben vorbereitet. Die Klassik ist eine Zeit, des Sammelns und Bewunderns, während auf der Weltbühne wie immer getötet wurde.

Ein bunter Traum sind die beiden Wimmelbuchseiten "Findest Du alle Maler im Blumenmeer?" Ich sehe van Gogh, sehe Monets Garten. Es wimmelt vor schönen Farben. Wunderbar. Anschließend kommen die beiden Seiten, die dem "Blaue Reiter" und seiner  Protagonisten gewidmet sind. Später dann wimmelt es bauhausmäßig und endet mit der Moderne und einigen typischen Vertretern wie Andy Warhol, auch Jackson Pollock und Niki de Saint Phalle. 

Der Suchspielspaß für Kunstfans von 4 bis 99 ist nicht nur ein großes Vergnügen, sondern er schenkt ein Bild von einer bestimmten Epoche, das sich sehr gut einprägt. 

Pädagogisch wertvoll ist es das ganze Buch. Mit Kindern hier gemeinsam auf die Suche zu gehen, schenkt viel Freude. Man lernt nicht nur etwas über Kunst, sondern darüber hinaus, erahnt man die Geisteshaltung der Epoche, in der sie jeweils entstand. 

Sehr empfehlenswert.

Helga König

Bitte klicken Sie auf  den Link, dann gelangen Sie zum Prestelverlag und können das Buch dort direkt bestellen. Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.http://www.randomhouse.de/Buch/Das-grosse-Wimmelbuch-der-Kunst/Susanne-Rebscher/e470771.rhd

Rezension: #Fröhliche_Weihnacht_Überall- #Thiele_Verlag

Dieses wunderschöne Buch aus dem Thiele-Verlag ist der #Adventszeit und dem #Weihnachtsfest gewidmet. "Fröhliche Weihnacht Überall"“ ist ein Buch primär zum  Lesen  und Vorlesen im Kreise der Familie, ein Buch für Kinder, Eltern und Großeltern, die  die Weihnachtszeit schön gestalten möchten.

Untergliedert in 11 Kapitel, findet man hier Weihnachtsgeschichten aber auch Märchen, zauberhafte Stimmungsbilder sowie Weihnachtsgedichte von Hermann Hesse, Christian Morgenstern, Heinrich Heine und vielen anderen namhaften Dichtern, zudem Weihnachtslieder mit Noten und Texten.

Adventliche Bräuche und Symbole werden vorgestellt. So erfährt man mehr über den Adventskalender, auch  über den Adventskranz, dessen Kerzen uns sagen sollen, dass es stets heller wird. Nicht jeder kennt sicher die Festtage im Advent. Am 13. Dezember beispielsweise feiert man in Schweden den Luciatag. Dieses Lichterfest soll die Gedanken auf die Zeit richten, wo es wieder heller wird.

Man liest weiter wie in früherer Zeit Advent gefeiert wurde und kann sich über den heiligen Nikolaus kundig machen. In diesem Zusammenhang lernt man Nikolauslieder und -verse kennen. Gedichte über die Vorfreude, über das Schenken und die Weihnachtsbastelei, aber auch Geschichten über Weihnachten in alten Zeiten und über den Christbaum werden hier präsentiert und sogar Briefe zur Weihnacht vorgestellt.

Einige Rezepte, so etwa  für Bratäpfel oder auch für Weihnachtsplätzchen können zum Backspaß der gesamten Familie werden. Die Rezepte für das Weihnachtsfestessen sollte man auch vor Kinder nicht verheimlichen, sondern ihnen früh schon zeigen, dass man gemeinsam etwas Delikates zubereiten kann. Alles will gelernt sein, auch  die Teamarbeit.

Zum Heiligen Abend dann wartet die Weihnachtsgeschichte darauf, vorgelesen zu werden, zudem gib es die schönsten Gedichte zum Heiligabend sowie ein weihnachtliches Liederbuch.

Die zauberhaftesten Geschichten und Märchen der Weihnachtszeit runden dieses Buch dann ab.

Ein gelungenes  Werk, das in jeden Haushalt mit Kindern gehören sollte.

An Liebe und ein friedvolles Miteinander in der Kindheit  übrigens erinnern sich Kinder viel intensiver als an einen überfüllten Gabentisch  mit Computerspielen oder dergleichen mehr...

Empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Thiele Verlag und können das Buch dort direkt bestellen. Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.


Rezension: „Traumflieger“ Lena schreibt Briefe an Gott- Jando- KoRos Nord

Heute Nachmittag habe ich die zauberhafte Geschichte "Sternenreiter" von Jando rezensiert, die mittlerweile 30 000 Mal verkauft worden ist. Die Rezension zu diesem Märchen habe ich in einer Rezensions-Rubrik von "Buch, Kultur und Lifestyle" eingebunden, die sich primär an Erwachsene richtet, weil ich meine, dass sie dort genau die Leser findet, die durch das Buch einen Erkenntnisgewinn haben. 

Kein Problem hatte ich damit, die Rezension zum Märchen "Traumflieger“ –Lena schreibt Briefe an Gott" in die Rubrik "Kinder- und Jugendbücher“ einzubinden, obschon auch Erwachsene durch den Inhalt des Märchens bereichert werden. 

Das Buch sollten Eltern und Kinder gemeinsam lesen und über den Inhalt miteinander sprechen. Diesen Gedanke hatte ich immer wieder beim Studieren des Textes. 

Hinter dem Pseudonym "Jando" verbirgt sich übrigens der norddeutsche Autor Jens Koch, der gerade auf "Buch, Kultur und Lifestyle" am Interviewprojekt "Wann ist eine Kindheit kindgerecht?" teilgenommen hat. 

Ehrenamtlich engagiert der Autor sich für die Kinderhilfsorganisation "Ein Herz für Kinder" und unterstützt die Robben-Kampagne der Tierrechtsorganisation PETA. 

"Traumflieger" erzählt die Geschichte einer innigen Freundschaft zwischen zwei Kindern. Es handelt sich dabei um das Mädchen Lena und den stotternden Knaben Lasse, ein sehr trauriges Kind, das an viele Kinder im Hier und Jetzt denken lässt, die mit ihren Kümmernissen nur schwer zurecht kommen können, um so mehr weil ihnen innige Beziehungen fehlen. 

Die neunjährige Lena ein aufgewecktes Mädchen, das durch ihre klugen Gedanken beeindruckt, schreibt Briefe an Gott, zunächst mit der Bitte, einen Superhelden zu schicken, der das Leid auf der Erde beseitigt, dann auch, um ihrem traurigen Freund zu helfen. 

Lena ist voller Mitgefühl, ein sehr tapferes Mädchen, die sich und anderen zu helfen weiß. 

Aus einem Brief, den Gott ihr schreibt, möchte ich eine kleine Passage zitieren, die Eltern ihren Kindern unbedingt vorlesen sollten, weil diese ihnen einen wundervollen spirituellen Zugang zum Leben schenkt:

"Was einst blühte verwelkte. Tiere, die die Erde einst bewohnt haben, verschwanden. Menschen, die aus reinem Herzen Liebe säten, wandten sich den verschiedensten Glaubensrichtungen zu. Manche wurden falsch verstanden. Daraus resultierten viele Verwüstungen und am Ende tiefe Trauer. 

Liebe Lena, ich schreibe Dir das, weil Du wissen sollst, dass es nicht in meiner Macht liegt, Dinge zu ändern, sondern in eurer. 

Ich habe den Menschen vor langer Zeit das einmalige Geschenk gemacht, ihr Leben selbst zu gestalten. Mit dem Herzen suchend, etwas aufzubauen, was weit schöner sein sollte, als ich es mir kraft meiner Gedanken vorstellen konnte.“ (S. 43).

Über einen solchen Gedanken mit Kindern zu sprechen, halte ich für sehr wichtig, ebenso wichtig wie über die anderen wertvollen Gedanken zur Freundschaft beispielsweise, die in Kindern gedeihen sollten, wenn man möchte, dass sie erkennen, wie wichtig ein positives Miteinander ist.

Neben diesem Briefwechsel hat die Geschichte viel Abenteuerliches zu bieten. Hier spielen neben den beiden Kindern, Lenas Hund Benny Buxbeutel und der Schmusewal Schnorch, auch der Mann im Mond eine Rolle. 

Traumwelten sind voller Magie. Nicht nur weiße Tauben wie "Anastasia" zeugen davon. Die Symbole dieser Traumwelten sind uralt und berühren nicht nur Kinder in der Seele. Vielleicht, weil es sich um Seelenbilder handelt.

Uralt auch ist das Wissen um gebrochene Herzen und nicht einfach ist es für ein Kind mit dem Tod, vielleicht aber auch nur mit der Trennung eines Elternteils zurecht zu kommen.  Wen wundert es dann, wenn ein Mädchen oder ein Knabe plötzlich stottert oder depressiv wird. Es sind nicht Pillen, die dann gesund machen, sondern die Liebe und Zuwendung, die Freundschaft und all das, was Zwischenmenschlichkeit ausmacht. 

In den Text sind 15 farbige Illustrationen von Antjeca eingebunden. Eine dieser Illustrationen zeigt die beiden Freunde Hand in Hand den Sternenhimmel beobachtend.  Begleitet werden sie  von Lenas Hund Benny Buxbeutel.

Während ich die Illustration anschaue, fallen mir zwei Sätze ein, die ich einige Seiten zuvor gelesen habe  "Freundschaft ist nicht nur ein Wort. Es ist die Bedeutung von Glück jemanden zu lieben und immer füreinander da zu sein." 

"Gedanken zeitgleich auszusprechen, das war wirklich ein besonderes Zeichen für ihre tiefe Verbundenheit."

 Lena und Lasse sind ein Beispiel für Verbundenheit, die oft ein Leben lang hält... 

Sehr empfehlenswert, nicht nur der Poesie des schönen Textes wegen, sondern auch aufgrund seines erfreulichen  pädagogischen Wertes.

Helga König

Hier der Link zu Website: http://jandoautor.com/

Das Buch ist überall im Fachhandel erhältlich.

Rezension: Schatzsuche zwischen Saale und Unstrut- Lilly, Nikolas und die Himmelsscheibe von Nebra- Jörg F. Nowack, Sabrina Pohle

Die Glücksforscherin Simone Langendörfer und ich betreiben seit dem 15. Juni 2015 auf "Buch, Kultur und Lifestyle" das Interviewprojekt  "Wann ist eine Kindheit kindgerecht?" 

Nach der Lektüre des  vorliegenden Buches meine ich, sie ist es u.a. dann, wenn Kindheitserlebnisse sich so gestalten, wie in der "Schatzsuche zwischen Saale und Unstrut."

Jörg F. Nowack, der Autor dieses  spannend zu lesenden Kinderbuches hat an dem Interview-Projekt bereits teilgenommen und Steffi Biber-Geske,  seine Verlegerin, ebenfalls und beide haben dort auch dargelegt, wie wichtig ihnen eine kindgerechte Kindheit ist. 

Das hier vorliegende Reisebuch für Kinder enthält neben dem pädagogisch sehr wertvollen Text von Jörg F. Nowack hübsche Illustrationen von Sabrina Pohle, einer studierten Japanologin, die als freiberufliche Illustratorin agiert und bereits zahlreiche Kinderbücher illustriert hat. 

Jörg F. Nowack arbeitet als Mediengestalter, Lektor und Buchautor in Rudolstadt, ist allerdings in Sachsen-Anhalt geboren, dem Bundesland, das im Buch als das "Land der Frühaufsteher" bezeichnet wird und historisch viel zu Bestaunendes zu bieten hat. 

Gleich zu Beginn kann man sich anhand eines Kartenausschnitts über die Lage der Orte, die im Text genannt werden, informieren. Ich selbst kenne diese Orte nur aus dem Geschichtsunterricht, der Ewigkeiten zurückliegt, war dort aber bislang nie und habe insofern viel Neues erfahren. 

Der Leser erlebt im Buch die Urlaubsreise der kleinen Lilly und ihres Bruders Nikolas mit deren Eltern, bei der auch die Großeltern eine Rolle spielen. Auf diese Weise  wird den Kindern ein wunderbares Geborgenheitsgefühl vermittelt, das beispielhaft ist. 

Spielerisch lernen die beiden Kinder die Sehenswürdigkeiten der Region kennen, aber niemals in belehrender Weise, sondern so, dass immerfort die Neugierde angeregt wird, weil  man hier nicht doziert, sondern anregend plaudert. 

Zunächst lernt man die Geschichte um die "Himmelsscheibe von Nebra" kennen. Gezeigt wird, was die Eltern unternehmen, um die Kinder sowohl auf diesen Kulturschatz als auf all die anderen noch folgenden Sehenswürdigkeiten neugierig zu machen. Das geschichtsträchtige Gebiet zwischen Saale und Unstrut bietet viel, was nicht nur die Phantasie von Kindern anregt und insofern für junge Familien ein interessantes Reiseziel darstellt. 

Der Autor bindet in seinen Text auch Sagen ein, lässt die Kinder an einem historischen Rollenspiel teilnehmen und zeigt auf diese Weise, wie man bei den Kleinen ein Gespür für Geschichte weckt. Hervorragend angelegt ist das Kapitel über den Dom zu Naumburg. Sehr schön sind auch hier die eingebunden Dialoge der Familienmitglieder in den informationsreichen Text, wodurch das vermittelte Wissen aufgelockert wird. 

Kinderleckereien wie ein großer Eisbecher gehören natürlich auch zu dieser Ferienreise, an die sich die kleinen Reisenden gewiss  ebenfalls gerne erinnern,  weil Reisen immer  vielfältiger Genuss sein soll. 

Neben Dom- und Burgbesichtungen, erleben die Kinder auch ein Sonnenobservatorium, ein Schokoladenmuseum und vieles andere mehr. Doch ich möchte nicht zu viel verraten... 

Dass jungen Lesern das Buch viel Freude bereiten wird, steht außer Frage. Meines Erachtens sollten aber Eltern und Großeltern den Text ebenfalls sehr aufmerksam studieren, denn er verdeutlicht, was Kinder wirklich brauchen: viel Liebe und viel Aufmerksamkeit. Dann entwickelt sich Neugierde, dann entwickelt sich ein kreativer Umgang mit all dem, was spielerisch an Wissenswertem vermittelt wird. 

Sehr empfehlenswert. 

Helga König

Hier der Link zum Verlag: http://www.biber-butzemann.de/programm
Das Buch ist überall im  Fachhandel erhältlich.


Rezension:Vorsicht Geheimwissen: 111 Dinge, die du getan haben solltest, bevor du 13 bist (Gebundene Ausgabe)

Dieses Buch für Kinder unter 13 Jahren enthält 111 tolle Beschäftigungsideen, die alle hervorragend erläutert werden. Das pädagogische Ziel besteht darin, die Fantasie und Kreativität von Mädchen und Jungen zu fördern.

Eltern oder Betreuer sollten die ratgebenden Texte mit ihren Kindern gemeinsam lesen und sich das Know- how für die Umsetzung der Ideen erarbeiten.

Die Erläuterungen einer Idee umfassen stets zwei Seiten. Auf Seite 20-21 wird genau erklärt, wie man ein Baumhaus baut. Es wird ganz genau beschrieben, wie man dabei vorgeht, welche Materialien verwendet werden und vieles mehr.

Präzise erläutert auch wird wie man einen Drachen steigen lässt, welche Sicherheitsregeln zu beachten sind usw. . Kinder lernen im Buch auch, soziale Fähigkeiten einzuüben, etwa wie man eine Freundschaft bekundet. Erläutert wird, weshalb Freunde wichtig sind, wie es sich mit dem Geben und Nehmen verhält und was einen guten Freund auszeichne und man kann sich auch darüber klar werden, was man selbst für eine Freundschaft tun kann.

Des Weiteren lernen die Kleinen die besten Hof- und Straßenspiele kennen. Hüpfkästchen, Seilspringen und Gummitwist gibt es übrigens noch immer. Es wird sehr gut erläutert, wie man Papierflieger baut oder was ein echter Pfadfinder wissen sollte, wie man Pflanzen und Bäume bestimmt oder welche Sandburg am längsten hält und viele andere Dinge mehr.

Ein sehr gutes, hilfreiches Buch, das auf jedes Bücherbrett einer jungen Familie gehört. Ich werde das Buch allerdings einem kreativen Opi schenken, der seinen Enkelkindern bereits ein Baumhaus gebaut hat und mit den beiden aufgeweckten Kindern, gewiss viele Ideen aus dem Buch umsetzen wird.

Empfehlenswert.

Überall im Handel erhältlich.




Rezension: Der Kinder Brockhaus. Das große Kinderlexikon in einem Band (Gebundene Ausgabe)

Trotz der vielen Möglichkeiten, die das Internet bietet, sollten Kinder die Chance haben, ein ihrem Alter entsprechendes Lexikon griffbereit zur Verfügung zu haben. Ich halte ein solches Geschenk zu Weihnachten für weitaus sinnvoller als Kriegsspielzeug und anderen Mist, den die Industrie auf den Markt wirft, um dadurch bei Kindern kranke Verhaltensmuster einzuüben.

 Das vorliegende Standardwerk ist für Kinder ab 8 Jahren gedacht. Es enthält weit mehr als 7000 Stichwörter. Zudem warten Infoboxen mit zusätzlichem Wissen auf. Beispiel: Die Beantwortung der Fragen "Wie kommt Sand ins Meer?", "Warum fliegen Nachtfalter immer ins Licht?", "Wie kommt die Perle in die Muschel" oder "Wie baut die Spinne ihr Netz?"

Ferner gibt es aufklappbare Themenseiten, die zum Nachschlagen, Lesen und Weiterforschen motivieren sollen. Das Buch ist reich bebildert und kindgerecht gestaltet. Die Buchstabengröße finde ich geradezu erfreulich und die Texte sind allesamt so verfasst, das ein Kind sie gut verstehen kann.

Ausgetestet habe ich dies bei diversen Kindern zwischen 6-10 Jahren. Die Kinder haben ausgewählte Texte gelesen. Danach habe ich Verständnisfragen gestellt und feststellen können, dass sehr gut begriffen wurde, was aus einzelnen Texten hervorgeht.

Auf der letzten Seite des Buches gibt es eine Brockhaus Junior Card, mittels dem die Besitzer Online-Zugang zum Clever-Clubauskunftdienst erhalten. Doch ich möchte nicht zu viel verraten.

 Empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Button, dann gelangen Sie zu Amazon und können das Buch bestellen.